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Die Kluft wird immer größer, Teil 2

In meinem letzten Blog ging es um die unterschiedlichen Erfahrungen in Bezug auf Wohlstand und Unternehmergeist. Heute gibt es dazu weitere Gedanken.

Die früheren Ostblockländer sowie Länder in Asien sehen im freien Unternehmertum große Chancen, während der Westen langsam träge wird. Zu viele Menschen im Westen betrachten die Möglichkeiten des freien Marktes als selbstverständlich. In Österreich konnte man kürzlich in einer sehr renommierten Tageszeitung lesen, dass Unternehmer noch unbeliebter sind als Gelsen (Stechmücken).

Ein anderer alarmierender Trend im Westen ist der allmähliche aber stetige Zusammenbruch des Bildungssystems. Statt den Kindern das richtige Denken beizubringen – und ja, das ist tatsächlich eine Fähigkeit, die die jungen Menschen erst erwerben müssen – ist das System dazu verkommen, sie nur auf Tests vorzubereiten. Das Einzige, was die Schüler dadurch lernen, ist, dass sie Sachen auswendig wissen müssen, um über die Runden zu kommen.

Ein Großteil der Lehrpläne, nach denen heutzutage im Westen gelehrt wird, ist in der realen Welt nicht mehr relevant.

bildung_sozialisation_0_standardKinder müssen nicht in der Lage sein, aus dem Gedächtnis Fakten und Daten zu rezitieren. Ein achtjähriges Kind mit einem Smartphone (die meisten haben eines) kann solche Informationen innerhalb von Sekunden ausfindig machen. Was Schüler brauchen, ist eine Ausbildung, die ihnen hilft, kritisches Denken zu entwickeln, damit sie gut auf die reale Welt vorbereitet sind, wenn sie aufwachsen.

Auf höherer Ebene geht das Problem weiter, denn auch das Modell der Universitäten ist überhaupt nicht mehr zeitgemäß ist.  Eine Hochschulausbildung kann gar nicht den Zweck einer Berufsausbildung zu erfüllen. Ich frage, wieso nicht?

Wenn die Universitäten sich weiterhin auf diese Dinge konzentrieren, werden Sie ständig irrelevanter. Denn immer Studenten stellen fest, dass ihnen ihr Diplom eben nicht den guten Arbeitsplatz einbringen wird, den sie sich mit ihrer Ausbildung versprochen haben.

Natürlich werden Universitäten in unserer Gesellschaft immer einen Platz haben. Wenn Sie eine abgerundete Ausbildung in Fremdsprachen, Geisteswissenschaften, den Künsten und der Philosophie haben wollen, wird die Universität wahrscheinlich nach wie vor der beste Ort dafür bleiben. Doch was eine Universität sein wird und wie sie als Institution betrieben wird, wird sich drastisch ändern müssen.

Das beschleunigte Tempo der Veränderungen macht es immer schwerer, Hochschullehrpläne relevant zu gestalten. Und zu viele Professoren kennen das, was sie im Vakuum der Akademie lehren, nicht aus eigener Erfahrung in der wirklichen Welt. In sehr naher Zukunft wird ein Diplomand oder Doktor von einer prestigeträchtigen Universität recht traurig neben jemandem aussehen, der ein Zertifikat nach einem soliden sechsmonatigen Online-Training in einem Spezialfach wie Programmieren von Videospielen, Entwurf von mobilen Apps oder Reparatur von Raumschiffmotoren vorweisen kann.

Und was glauben Sie, wie werden kluge Unternehmer wie Mark Cuban, Richard Branson oder Mark Zuckerberg Schulabschlüsse und Stammbäume versus praktischer Erfahrung oder Relevanz beurteilen, wenn sie jemanden für ihre eigenen Gesellschaften einstellen? Nun, das Weblog von Cuban, Blog Maverick, gibt Ihnen diesen Einblick:

„Als Arbeitgeber will ich die am besten vorbereiteten und qualifizierten Arbeitnehmer haben. Mir ist es völlig egal, ob die Quelle, aus der sie ihr Wissen bezogen haben, von einer Gruppe alter Männer und Frauen akkreditiert worden ist, die glauben zu wissen, was das Beste für die Welt ist. Ich will Leute, die ihre Arbeit tun können. Ich will die Besten und die Klügsten. Nicht irgendein Stück Papier.“

Bildung wird sich genauso entwickeln wie die Welt des Unternehmertums; diejenigen, die anders denken als die Masse, werden großartige Möglichkeiten finden – und bieten. Gotteseidank nimmt die Anzahl der Menschen zu die nicht mehr mit der Masse mitschwimmen wollen und deren Glaubenssätze auf dem Prüfstand stehen. Bleiben Sie weiter mutig!

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