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12 Stunden Arbeit pro Tag

Ein sehr nette und kreative junge Dame aus meinem XING-Netzwerk hat dieses Gedicht verfasst und ich erhielt die Erlaubnis, es hier zu veröffentlichen. Viele Menschen fühlen sich in so einer Situation gefangen und ich selbst war es auch viele Jahre.

Lebe ich um zu arbeiten oder arbeite ich um zu leben? Arbeit1

So lebe ich in einer Welt,
die mir sagt es zählt nur Geld.
Du sollst arbeiten, das macht dich groß,
da denk ich mir, was mach ich bloß.

Sitz Tag für Tag am selben Platz
und sage dann denselben Satz:
‚Guten Tag, was kann ich für Sie tun?‘
Und was kommt jetzt, was mach ich nun?

Darf noch mehr arbeiten den ganzen Tag,
nicht 8 nicht 10 doch 12 Stunden kann ich, wenn ich mag.
Doch mögen ist nicht immer frei,
ich sage aber nichts, sonst kommt die Arbeitspolizei.

Steh auf um 6 und iss kurz was,
dann geht es los, ins Alcatraz.
Arbeite so lange wie ich kann,
um zu erfüllen den Unternehmensplan.

Das kann auch mal etwas länger dauern,
doch das tut gut, mich auszupowern.
Das red‘ ich mir zumindest ein.
Doch kann es das denn wirklich sein?

So wird der Kampf um Macht und Geld
noch mehr in den Mittepunkt gestellt.
Haha, ich arbeite mehr wie du,
doch worin liegt da der Clou.

Die meiste Zeit meines mir geschenkten Lebens,
arbeite ich schlussendlich nur vergebens.
Denn mitnehmen in die Zeit danach,
kann auch der Reichste nichts, nur den ewigen Schlaf

Leben ist doch noch so viel mehr,
doch gehen wir nur noch hin und her,
ohne zu sehen was um uns ist,
in der Gefahr, dass man sich selbst vergisst.

So arbeite ich, weil ich nicht anders kann,
denn dahinter steht immer dieser Drang.
Immer den anderen gerecht zu werden,
zu folgen diesen großen Herden.

Dabei vergisst man oft das ICH,
das was man wirklich will, das sieht man nicht
die Träume die man einst verfolgte,
als man noch jung war und was wollte.

Was nicht immer einfach war,
doch fühlte man sich wunderbar.
Wenn Glaube an Großes noch so groß war,
dass die Veränderung schien schon so nah.

Der Wille etwas zu bewegen,
konnte einen selbst erheben,
doch meistens kommt der Augenblick,
der dir verleiht den einen Tritt.

Der dir sagt, jetzt beginnt das echte Leben,
von nun an musst du alles geben,
um das zu sein, was andere schon erreichten,
doch muss ich dir jetzt etwas beichten.

Ich will das ganze eigentlich nicht
Will gehen hinaus und finden mich.
Mich wiederfinden in einem Raum,
der gibt, nimmt und lässt und das ohne Zaun.

Wo meine Träume sich bewegen,
sich Steine vor die Füße legen.
Neues lernen jeden Tag
und man sich offen sagen kann, wenn man sich mag.

Ein Raum der unsre Welt einst einte,
wo man lachte und auch weinte,
Gefühle ohne Worte sagte
und sich trotzdem manchmal plagte.

Denn Arbeit ist nichts Schlechtes nein,
sie nimmt uns nur zu kräftig ein.
Steht an den Fronten unsres Lebens,
wir kämpfen täglich drum, vergebens?

Nein, Arbeit ist schon wesentlich,
doch darf nicht verdrängen das eigentliche ICH.
Lebe ich um zu arbeiten oder arbeite ich um zu leben?
Die Antwort dieser Frage sollten wir erstreben?

Gegeben ist uns nur diese eine Zeit,
das höchste Gut, das uns das Leben hat verleiht.
Lerne dies kostbar wieder zu erkennen
und nicht täglich davor davonzurennen.

Nutze die Zeit, die du hast,
denn auf Erden bist auch nur du ein Gast.
So träume groß und schau nach vorn,
vielleicht bist ja auch du zu Größerem erkoren.

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